"Kiel ist mir ans Herz gewachsen"

 

Rüdiger Fröhlich hat mit "Die Beute Mensch seinen zweiten Kiel-Krimi vorgelegt. Der Autor wurde 1968 in Hamburg geboren, studierte in Kiel Sportwissenschaften, Pädagogik und Psychologie und arbeitet heute als Journalist. kiel4kiel sprach mit dem Krimiautoren.

 

Herr Fröhlich, berichten Sie uns bitte kurz, was Sie mit Kiel verbindet.

 

"Die Stadt Kiel ist mir sehr ans Herz gewachsen: Von 1988 bis 1995 habe ich an der Christian-Albrechts-Universität Sportwissenschaften, Pädagogik und Psychologie studiert – eine tolle Zeit! Danach habe ich meine ersten journalistischen Erfahrungen in der Redaktion von "delta radio" gemacht."

 

Wo leben Sie heute, und was machen Sie beruflich?

 

"Inzwischen wohne ich in Mainz am Rhein, auch einer sehr schönen Stadt mit der Nähe zu den Weingegenden Rheingau und Rheinhessen. Ich bin Journalist und arbeite als Chef vom Dienst bei T-Online. Dort bin ich im Schichtdienst für unsere Startseite www.t-online.de verantwortlich, die Millionen Kunden als Einstiegsseite für das Internet kennen."

 

Wie kamen Sie auf die Idee, Kiel-Krimis zu schreiben?

 

"Ursprünglich war es nur eine Schnapsidee. Meine Mutter hatte sich zum Geburtstag einen Krimi gewünscht und dann habe ich einfach mal selbst drauf losgeschrieben. Später habe ich mir Rat vom Literaturbüro in Mainz geholt und die waren von dem Kiel-Krimi „Der Code des Lebens“ hellauf begeistert."

 

In Ihren beiden Büchern beschreiben Sie sehr detailliert den Schauplatz Kiel. Sind Sie für die Recherchen nach Kiel gereist oder haben Sie den Handlungsort aus dem Gedächtnis rekonstruiert?

 

"Viele Freunde von mir sind inzwischen Sportlehrer in Kiel und der Umgebung. So bin ich jedes Jahr häufig in Kiel und verbinde dann Besuche mit der Recherche für den neuen Krimi. Detaillierte Recherche ist enorm wichtig, da eine Stadt lebendig ist. Letztes Jahr war ich z.B. mit einer guten Freundin auf der Schwentine paddeln, diesen Sommer habe ich mit meiner jungen Familie ebenfalls in Kiel Urlaub gemacht."

 

Besonders faszinierend sind Ihre authentischen Charaktere, z.B. Kommissarin Kathrin van Busche. War es eine Herausforderung für Sie, den Figuren Leben einzuhauchen? Was hat Ihnen dabei geholfen?

 

"Mir war es wichtig, den handelnden Personen einen individuellen Charakter zu zuweisen. Sie müssen in sich stimmig handeln – im Besonderen natürlich Kathrin van Busche mit all ihren Stärken und Schwächen. Zudem mag ich meine Figuren wie z.B. den kleinen verrückten Kriminalchemiker Dr. Niels Hinrichs mit seiner piepsigen Stimme."

 

Haben Sie einen Lieblings-Krimi-Autor, der Ihnen für Ihr eigenes Werk als Vorbild gedient hat?

 

"Auf der Frankfurter Buchmesse habe ich vor einigen Jahren bei einem Video-Chat Susanne Mischke kennengelernt. Seitdem lese ich jedes Buch von ihr und bin total fasziniert von ihren Kriminalgeschichten. Sie schreibt spannend, „verschachtelt“ die Geschichten geschickt und hat dennoch mit einem amüsanten Erzählstil. Das mag ich sehr. Ich lese aber generell viele Krimis und habe kein Vorbild."

 

Zwischen "Der Code des Lebens" und "Die Beute Mensch" lagen zwei Jahre. Warum haben Sie nach Ihrem Erstlingswerk so lange pausiert?

 

"Das hatte private, wunderschöne Gründe. Im März ist unsere Tochter Finja auf die Welt gekommen und zudem haben wir uns im letzten Jahr ein Haus in Mainz gekauft. Da blieb nicht soviel Zeit fürs Schreiben."

 

Mittlerweile gibt es im Buchhandel unzählige Kiel-Krimis zu kaufen, viele mit den klassischen Kiel-Themen "Marine" und "HDW". Auch Sie setzen sich in "Die Beute Mensch" mit neuer U-Boot-Technik auseinander. Warum haben Sie kein anderes Thema gewählt, und was macht Ihre Bücher zu etwas Besonderem?

 

"Es ist tatsächlich sehr interessant, da „Der Code des Lebens“ einer der ersten Kiel-Krimis war. Ich denke aber, dass eine so schöne Stadt wie Kiel viele gute Krimis verdient hat. Zudem haben mich die neuen Super-U-Boote der Klasse 212 A fasziniert. Sie sind die modernsten U-Boote der Welt und werden in Kiel gebaut. Das ist richtig toller Stoff für einen Krimi!"

 

Ist ein drittes Buch geplant? Wenn ja, wann wird es voraussichtlich erscheinen?

 

"Ich freue mich sehr, dass meine beiden Kiel-Krimis so erfolgreich sind und möchte auf jeden Fall noch einen dritten schreiben. Die ersten Ideen sind schon da! Wann er erscheinen wird ist allerdings noch unklar."

 

Verraten Sie abschließend Ihren Lesern, wird Kathrin van Busche ihre blaue Rennmaschine gegen den grünen Käfer eintauschen oder weiterhin auf ihrem Fahrrad durch Kiel brausen?

 

"Kathrin van Busche liebt ihre blaue Rennmaschine – die wird sie auf keinen Fall eintauschen! Das Käfer Cabrio stottert sie ja gerade bei ihren Eltern ab. Ich denke, dass sie meist mit dem Fahrrad durch die Heimatstadt radeln wird, aber ab und zu mal den Käfer anschmeißen wird."

 

(Quelle: www.kiel4kiel.de  September 2007)